Das Wichtigste in Kürze
Kühlung möglich: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen von Viessmann und Lambda können im Sommer als Klimaanlage genutzt werden — ohne zusätzliches Gerät.
Zwei Betriebsmodi: Aktive Kühlung nutzt den Kältemittelkreislauf und kühlt effektiv bis zu 6–8 °C unter Raumtemperatur. Passive Kühlung (Natural Cooling) verbraucht nur Strom für die Pumpen.
Voraussetzung Heizflächen: Kühlen funktioniert ausschließlich mit Fußbodenheizung oder Wandheizung — klassische Heizkörper sind dafür nicht geeignet.
PV-Synergie: Im Sommer produziert Ihre PV-Anlage am meisten Strom — genau dann, wenn die Kühlung läuft. Der Optima Energiemanager steuert das automatisch.
Die Temperaturen in Österreich steigen. Heiße Sommer sind keine Ausnahme mehr, und viele Hausbesitzer fragen sich: Kann meine Wärmepumpe im Sommer auch kühlen — oder brauche ich dafür eine separate Klimaanlage? Die gute Nachricht: Kühlen mit der Wärmepumpe ist bei modernen Anlagen eine vollwertige Funktion, kein Kompromiss.
Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten nach demselben Prinzip wie ein Kühlschrank — nur eben umgekehrt. Im Winter pumpen sie Wärme aus der Außenluft ins Haus. Im Sommer lässt sich dieser Prozess umkehren: Die Wärmepumpe entzieht dem Gebäude Wärme und gibt sie nach außen ab. Das Ergebnis ist ein angenehm temperiertes Zuhause — ganz ohne zusätzliches Gerät an der Wand.
Dieser Ratgeber erklärt, wie aktive und passive Kühlung technisch funktionieren, welche Voraussetzungen Ihr Gebäude erfüllen muss und was Heizma bei der Einrichtung der Kühlfunktion übernimmt.
Wie funktioniert das Kühlen mit der Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe kann im Kühlbetrieb die Richtung des Kältemittelkreislaufs umkehren. Statt Wärme ins Haus zu pumpen, wird Wärme aus dem Haus nach außen transportiert. Dafür gibt es zwei technisch unterschiedliche Varianten.
Aktive Kühlung: Der Kältemittelkreislauf arbeitet rückwärts
Bei der aktiven Kühlung läuft der Verdichter in umgekehrter Funktion. Das Kältemittel nimmt Wärme aus dem Heizungswasser (das nun als Kühlwasser dient) auf und gibt sie über das Außengerät an die Umgebung ab. Der Vorteil: Die aktive Kühlung kann die Raumtemperatur um 6 bis 8 °C unter die Außentemperatur senken — auch an sehr heißen Tagen.
Viessmann und Lambda Wärmepumpen, die Heizma verbaut, unterstützen aktive Kühlung standardmäßig. Die Funktion wird durch Heizma aktiviert, parametriert und auf Ihr Heizsystem abgestimmt.
Passive Kühlung (Natural Cooling): Effizient und nahezu geräuschlos
Die passive Kühlung — auch Natural Cooling genannt — nutzt keinen aktiven Kältemittelkreislauf, sondern die natürliche Temperaturdifferenz zwischen dem kühlen Erdreich und der wärmeren Raumluft. Der Verdichter steht still, nur die Umwälzpumpen laufen. Das macht diese Variante besonders energieeffizient und leise.
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist passive Kühlung eingeschränkt möglich: Sie eignet sich besonders für die Nachtkühlung, wenn die Außentemperaturen fallen. Die Kühlleistung ist geringer als bei aktiver Kühlung, reicht aber für angenehme Temperaturen in gut gedämmten Gebäuden oft aus.
Welche Voraussetzungen braucht mein Haus zum Kühlen?
Nicht jedes Heizsystem ist für den Kühlbetrieb geeignet. Die entscheidende Frage ist: Welche Heizflächen sind verbaut?
Fußbodenheizung: Die ideale Voraussetzung
Eine Fußbodenheizung ist die beste Voraussetzung für das Kühlen mit der Wärmepumpe. Im Kühlbetrieb fließt leicht gekühltes Wasser (typischerweise 16 bis 18 °C) durch die Bodenrohre. Die große Fläche gibt die Kühle gleichmäßig an den Raum ab — angenehm, zugfrei und ohne Kaltluftströme.
Wichtig: Die Vorlauftemperatur darf nicht zu niedrig sein, sonst besteht Kondensationsgefahr auf dem Boden.
Wandheizung und Deckenheizung
Auch Wandheizungen und Deckenheizungen mit Vorlauftemperaturen von 30 bis 40 °C eignen sich gut für den Kühlbetrieb. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Fußbodenheizung: große Fläche, niedrige Temperatur, gleichmäßige Kühlung.
Sind klassische Heizkörper zum Kühlen geeignet?
Klassische Heizkörper sind für den Kühlbetrieb nicht geeignet. Sie sind für hohe Vorlauftemperaturen von 55 bis 70 °C ausgelegt und können bei den niedrigen Kühltemperaturen keine ausreichende Leistung erbringen. Zudem besteht Kondensationsgefahr an den Metalloberflächen. Wer ausschließlich Heizkörper hat, kann mit der Wärmepumpe zwar heizen, aber nicht kühlen.
Kühlen und PV: Warum die Kombination so clever ist
Im Sommer produziert Ihre PV-Anlage am meisten Strom — genau dann, wenn die Kühlnachfrage am höchsten ist. Das ist keine Übereinstimmung, sondern ein echter energiewirtschaftlicher Vorteil.
Der Optima Energiemanager von Heizma steuert die Wärmepumpe so, dass sie bevorzugt mit PV-Überschuss kühlt. In der Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten scheint, läuft die Kühlung auf selbst produziertem Solarstrom. Das senkt die Betriebskosten der Kühlung auf ein Minimum.
Wer eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage kombiniert, bekommt im Sommer damit eine faktisch kostenlose Kühlung — finanziert durch die eigene Sonnenenergie.
Was bringt die Kühlung im Vergleich zur Klimaanlage?
Viele Hausbesitzer überlegen, ob eine separate Split-Klimaanlage nicht einfacher wäre. Ein direkter Vergleich zeigt die Vorteile der integrierten Wärmepumpenkühlung.
Eigenschaft | Wärmepumpe mit Kühlung | Split-Klimaanlage |
|---|---|---|
Zusätzliches Gerät nötig | Nein | Ja (Innen- und Außengerät) |
Kühlkomfort | Strahlungskühlung, zugfrei | Luftkühlung, Kaltluftströme |
Integration PV | Vollständig über Optima | Nur manuell / begrenzt |
Kühlung ganzer Haus | Ja (über FBH) | Nur einzelne Räume |
Geräuschentwicklung innen | Keine (Flächenkühlung) | Mittel bis hoch |
Laufende Kosten | Sehr gering mit PV | Mittel |
Die Wärmepumpenkühlung über Fußbodenheizung bietet einen wesentlichen Komfortvorteil: Es gibt keine Kaltluftströme und keinen Zugwind. Die Raumtemperatur sinkt gleichmäßig ab — vergleichbar mit einem kühlen Fliesenboden an einem heißen Tag, nur im ganzen Haus.
Wie richtet Heizma die Kühlfunktion ein?
Die Aktivierung der Kühlfunktion ist keine einfache Einstellung am Display. Sie erfordert eine fachgerechte Systemprüfung und Parametrierung durch einen zertifizierten Fachbetrieb.
Heizma übernimmt als eigenständiger Meisterbetrieb mit über 1.000 abgeschlossenen Projekten folgende Schritte:
Prüfung der Heizflächen auf Kühleignung (Vorlauftemperatur, Fläche, Kondensationsschutz)
Aktivierung der Kühlfunktion in der Steuerung der Wärmepumpe
Einstellung der Kühlkurve und der Mindestvorlauftemperatur zum Schutz vor Kondensation
Parametrierung des SG-Ready-Signals für die PV-Kopplung über den Optima Energiemanager
Test des Kühlbetriebs und Einweisung des Hausbesitzers
Die Kühlfunktion kann sowohl bei einer Neuinstallation als auch nachträglich bei einer bestehenden Heizma-Wärmepumpe eingerichtet werden. Als Zusatzleistung ist sie klar definiert und transparent bepreist.
Welche Wärmepumpen von Heizma können kühlen?
Heizma verbaut ausschließlich Luft-Wasser-Wärmepumpen von Viessmann (Vitocal-Serie) und Lambda. Beide Hersteller setzen auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem Treibhauspotenzial von nur 3 — gegenüber über 2.000 bei älteren synthetischen Kältemitteln.
Beide Produktlinien unterstützen aktive Kühlung ab Werk. Die Funktion muss lediglich aktiviert und auf das jeweilige Heizsystem abgestimmt werden. Da es sich um Monoblock-Geräte handelt, bleibt das Kältemittel vollständig im Außengerät — eine wichtige Sicherheitseigenschaft bei R290.
Mehr zu den technischen Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber zu den Vorteilen der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Wer Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren möchte, findet alle Details im Artikel Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren.






