Das Wichtigste in Kürze
Für ein österreichisches Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe sind 5–7 kWp ideal
Mit Wärmepumpe sollten es 8–12 kWp sein
Die genaue Größe hängt von Ihrem Jahresverbrauch, der Dachausrichtung und geplanten Verbrauchern ab
Die Grundformel: 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch
Die einfachste Faustregel lautet: 1 kWp Leistung je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.
Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht zwischen 3.500 und 4.500 kWh pro Jahr. Daraus ergibt sich eine empfohlene Anlagengröße von 3,5 bis 4,5 kWp – als Ausgangspunkt.
Doch die Faustregel ist nur der Einstieg. Sie berücksichtigt weder Ihre Dachausrichtung, noch ob Sie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreiben. Diese Faktoren können die optimale Größe deutlich nach oben verschieben.
Schritt 1: Ihren Jahresstromverbrauch ermitteln
Den genauesten Anhaltspunkt liefert Ihre Stromrechnung der letzten 12 Monate. Dort ist der Jahresverbrauch in kWh angegeben. Falls Sie keine Vergleichsdaten haben, können Sie sich an diesen Richtwerten für österreichische Haushalte orientieren:
Haushaltsgröße | Typischer Jahresverbrauch | Empfohlene PV-Größe (ohne WP) |
|---|---|---|
1–2 Personen | 2.000–3.000 kWh | 2,5–3,5 kWp |
3–4 Personen | 3.500–4.500 kWh | 4–5,5 kWp |
5+ Personen | 5.000–6.500 kWh | 5,5–7 kWp |
Wichtig: Diese Werte gelten für Haushalte ohne Wärmepumpe, Elektroauto oder andere Großverbraucher. Sobald einer dieser Faktoren hinzukommt, ändert sich das Bild erheblich.
Schritt 2: Den Einfluss einer Wärmepumpe einkalkulieren
Das ist der Punkt, den viele PV-Käufer unterschätzen: Eine Wärmepumpe erhöht den Jahresstromverbrauch um 30 bis 50 % – je nach Gebäudegröße, Dämmzustand und gewünschter Raumtemperatur.
Konkret bedeutet das:
Szenario | Jahresverbrauch | Empfohlene PV-Größe |
|---|---|---|
4-Personen-Haushalt ohne WP | ~4.000 kWh | 4–5 kWp |
4-Personen-Haushalt mit Luft-Wasser-WP | ~6.000–7.000 kWh | 7–9 kWp |
4-Personen-Haushalt mit WP + E-Auto | ~8.000–10.000 kWh | 9–12 kWp |
Der Vorteil: Wenn Sie eine Wärmepumpe betreiben, erzeugt Ihre PV-Anlage genau dann am meisten Strom, wenn die Wärmepumpe am wenigsten braucht – nämlich im Sommer. Mit einem Energiemanager wie dem Heizma Optima lässt sich der Solarstrom aber auch dann intelligent nutzen: etwa zum Vorheizen des Warmwassers oder zum Laden eines Batteriespeichers für den Abend.
Schritt 3: Den Solarertrag für Ihren Standort berechnen
Nicht jedes Dach in Österreich erzeugt gleich viel Strom. Der Solarertrag hängt von der geografischen Lage und der Globalstrahlung ab:
Region | Ertrag je kWp (optimal ausgerichtet) |
|---|---|
Wien, Burgenland, Niederösterreich | 1.000–1.100 kWh/kWp |
Steiermark, Oberösterreich | 950–1.050 kWh/kWp |
Salzburg, Tirol, Kärnten | 1.050–1.150 kWh/kWp |
Rechenbeispiel: Eine 8 kWp-Anlage in Wien erzeugt rund 8.000–8.800 kWh pro Jahr. Bei einem Jahresverbrauch von 7.000 kWh (Haushalt mit WP) deckt sie den Bedarf theoretisch vollständig – in der Praxis je nach Eigenverbrauchsquote und Jahreszeit.
Schritt 4: Dachausrichtung und Neigung berücksichtigen
Die ideale Ausrichtung einer PV-Anlage ist Süden mit 30–35° Neigung – das maximiert den Jahresertrag.
Ausrichtung | Ertragsverlust gegenüber Süd-Optimum |
|---|---|
Süd (30–35°) | 0 % (Referenz) |
Südost / Südwest | ca. 5–10 % |
Ost / West | ca. 15–20 % |
Flachdach (10–15°) | ca. 5–8 % (je nach Aufständerung) |
Ost/West-Split als Alternative: Wer ein Satteldach mit Ost- und Westseite hat, kann beide Seiten belegen. Der Ertrag ist zwar niedriger, aber die Erzeugung verteilt sich gleichmäßiger über den Tag – das erhöht die Eigenverbrauchsquote morgens und abends. Bei einem Haushalt mit Wärmepumpe kann das sogar günstiger sein als eine reine Südanlage mit Speicher.
Schritt 5: Eigenverbrauch vs. Einspeisung – warum die Größe eine Obergrenze hat
Eine größere Anlage erzeugt mehr Strom – aber nicht jede erzeugte kWh ist gleich wertvoll:
Eigenverbrauch: Strom, den Sie selbst nutzen, spart 25–30 Cent je kWh (aktueller Haushaltsstrompreis)
Einspeisung: Strom, den Sie ins Netz liefern, bringt nur 5–11 Cent je kWh (OeMAG-Marktpreis 2026)
Das bedeutet: Jede kWh Eigenverbrauch ist drei- bis fünfmal wertvoller als eingespeister Strom. Deshalb ist es sinnvoll, die Anlage so zu dimensionieren, dass möglichst viel Strom selbst genutzt wird.
Setup | Typische Eigenverbrauchsquote |
|---|---|
PV-Anlage allein | 25–35 % |
PV + Batteriespeicher | 50–65 % |
PV + Wärmepumpe + Speicher | 65–75 % |
PV + WP + Speicher + Energiemanager | bis zu 80 % |
Je mehr Verbraucher Sie intelligent steuern, desto größer kann Ihre Anlage sinnvollerweise sein, weil der Eigenverbrauch mit wächst.
Wie viel kWp passen auf Ihr Dach?
Als Richtwert gilt: Pro kWp benötigt eine PV-Anlage rund 5–7 m² Dachfläche (je nach Modulleistung).
Anlagengröße | Benötigte Dachfläche (ca.) |
|---|---|
5 kWp | ~25–35 m² |
8 kWp | ~40–56 m² |
10 kWp | ~50–70 m² |
12 kWp | ~60–84 m² |
Wenn Ihre Dachfläche größer als nötig ist, lohnt es sich trotzdem, die maximale Modulanzahl zu installieren, solange die Wirtschaftlichkeit stimmt. Denn die Anlage wächst nicht im Preis so stark wie im Ertrag: Mehr Module bedeuten überproportional mehr Strom.
So finden Sie die richtige Größe: 5-Schritte-Empfehlung
Jahresverbrauch ermitteln – aus der Stromrechnung oder den Richtwerten oben
Wärmepumpe und E-Auto einrechnen – je Verbraucher ca. 2.000–4.000 kWh mehr
Dachertrag berechnen – Verbrauch ÷ regionaler kWh/kWp-Wert = Mindestgröße
Speicher mitdenken – mit Batteriespeicher kann die Anlage 20–30 % größer sein
Förderung nutzen – EAG-Investitionszuschuss 2026: 150 EUR/kWp + 150 EUR/kWh Speicher
Unser Team geht bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch auf Ihre individuelle Wohnsituation ein und übernimmt die exakte Planung inklusive Dachvermessung, Verbrauchsanalyse und Förderoptimierung für Sie.
Weiterführende Ratgeber:






